Tipps von Ärzten und Spezialisten

Endlich gibt es wirksame Mittel, lästigen Blasenentzündungen vorzubeugen. Topwell-Apotheker Samuel Knüsel über D-Mannose als natürliche Alternative zu Antibiotika . 

Er ist smarte 27 Jahre jung, top ausgebildet, schulmedizinisch beschlagen, ebenso offen gegenüber der Naturmedizin und arbeitet als stellvertretender Geschäftsführer in der Naturewell Apotheke im Zürcher Hauptbahnhof an der neu eröffneten Durchmesserlinie.

Harnwegsinfekte gehören zu jenen Gebieten, in denen sich der Topwell-Apotheker Samuel Knüsel sehr gut auskennt. «Eine akute, unkomplizierte Blasenentzündung trifft jede zweite Frau im Laufe ihres Lebens. Bei rund einem Drittel kommt es in den nächsten paar Monaten zu einer erneuten Infektion.» Die Symptome sind typisch: häufiges, schmerzhaftes Wasserlassen, trüber, meist übel riechender Urin ohne Juckreiz und Ausfluss.

Was empfiehlt der gewiefte Apotheker in solchen Situationen? Abwarten und Tee trinken oder Antibiotika? «Warten schon gar nicht, Antibiotika nur sehr bedingt, Tee trinken ist jedoch sinnvoll», sagt Samuel Knüsel. «Es ist durchaus vertretbar, bei einem unkomplizierten Harnwegsinfekt ohne Beteiligung der Niere, das heisst ohne Fieber und Flankenschmerzen, ein rezeptfreies Schmerzmittel wie Ibuprofen, Nieren-Blasen- Dragées und D-Mannose zu nehmen.

Je früher der Infekt behandelt wird, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit einer schnellen Symptomlinderung.» Insbesondere der Einfachzucker D-Mannose hat es in sich. Er belegt das Protein FimH auf den Fimbrien der E. coli-Bakterien und inaktiviert sie. Fimbrien sind haarähnliche Gebilde, mit denen sich die Bakterien an die Blasenschleimhaut anheften. In erster Linie ist D-Mannose aber ein hervorragendes, natürliches und vor allem schonendes Mittel, um lästigen Blasenentzündungen vorzubeugen. «In einer Studie ist D-Mannose zur Prohpylaxe von Blasenentzündungen untersucht worden», sagt Knüsel. «Beim Vergleich mit einem Antibiotikum zur Vorbeugung einer Blasenentzündung schnitt der Einfachzucker gleich gut ab. Jedoch mit deutlich weniger Nebenwirkungen und ohne Resistenzentwicklung wie bei einem Antibiotikum.»

Die Erfahrungen von Seiten seiner Kundinnen und auch von Berufskollegen sowie der Ärzteschaft mit D-Mannose seien sehr gut. Das Präparat helfe vielen Frauen, die bisher alles probiert hätten, um ihre lästigen Blasenentzündungen loszuwerden. Mannose sei deshalb in jedem Fall einen Versuch wert, zumal heute das Problem mit der Resistenzbildung von Antibiotika den meisten Menschen sehr bewusst sei. «Eine Frau kennt ihren Körper meistens sehr genau. Befindet Sie sich in einer Situation, in der es in der Vergangenheit immer wieder zu Blasenentzündungen kam, beispielsweise nach Unterkühlung, ist eine Vorbeugung mit D-Mannose auf jeden Fall sehr ratsam, eventuell gleich kombiniert mit Nieren-Blasen-Dragées. Während man D-Mannose über längere Zeit völlig bedenkenlos einnehmen kann, sollte man Nieren- Blasen-Dragées nicht länger als eine Woche anwenden.

Mit einem solchen Vorgehen kann man die Häufigkeit von wiederkehrenden Infektionen erheblich reduzieren.»

Quelle: Schutz für die Blase, Sprechstunde Dr. Stutz, Nr. 02.2016   

Ratschläge von Ärzten und Spezialisten

Samuel Knüsel:
Was empfiehlt der gewiefte Apotheker bei einem Harnwegsinfekt? Abwarten und Tee trinken oder Antibiotika? «Warten schon gar nicht, Antibiotika nur sehr bedingt, Tee trinken ist jedoch sinnvoll», sagt Samuel Knüsel. «Es ist durchaus vertretbar, bei einem unkomplizierten Harnwegsinfekt ohne Beteiligung der Niere, das heisst ohne Fieber und Flankenschmerzen, ein rezeptfreies Schmerzmittel wie Ibuprofen, 
Nieren-Blasen- Dragées und D-Mannose zu nehmen. 

Marlies von Siebenthal:
Die meisten Frauen bekommen die Blasenentzündung im Bett und weil sie nicht genug trinken, aber nicht etwa wegen dem Sitzen auf einem kalten Stein. Beim und nach dem Geschlechtsverkehr haben die Darmbakterien leichtes Spiel, über die Scheide via Harnröhre in die Blase zu gelangen. 

Florian Meier:
In der Adler-Apotheke empfehlen wir den Patienten, viel und regelmässig zu trinken. Es ist eines der besten und bewährtesten Hausmittel, weil dadurch die Bakterien aus der Blase geschwemmt werden. Es sollten mindestens zwei Liter pro Tag sein, wobei Alkohol, Kaffee und Zitrussäfte vermieden werden sollten, da diese Getränke die Blase reizen können. Zum vielen Trinken und Ausspülen gehört auch, dass man den Gang zur Toilette nicht meidet, selbst wenn er unangenehm sein sollte. 

PD Dr. Daniele Perucchini 
Die Behandlung von akuten Harnwegsinfekten mit Antibiotika ist Routine. Was aber tun, wenn schon die nächste Entzündung kommt, bevor die alte richtig abgeheilt ist? Gibt es eine Alternative zur Gabe von Antibiotika, die zwangsläufig mit der Gefahr der Resistenzbildung einhergeht? Ja, es gibt sie. Und sie heisst D-Mannose. Dabei handelt es sich um einen Einfachzucker, der mit Glucose eng verwandt ist. Dr. Perucchini hat eine langjährige, gute Erfahrung mit D-Mannose bei Frauen mit wiederkehrenden Blasenentzündungen.